Wer strafrechtlich verfolgt wird oder gegen seinen Chef klagen möchte, benötigt meist Unterstützung von einem Rechtsanwalt. Aber wie teuer ist ein Rechtsanwalt eigentlich? Wieviel darf die erste Beratung überhaupt kosten? Werden die Anwaltskosten von der Rechtsschutzversicherung übernommen? Und wo kann man kostenlose Rechtsberatung finden? In diesem Artikel erfahren Sie alles über die Kosten einer Erstberatung beim Rechtsanwalt.

Wann sollte ich eine Erstberatung beim Anwalt in Anspruch nehmen?

Die Polizei beschuldigt Sie einer Straftat und lädt Sie zur Anhörung ein? Ihr Arbeitgeber verlangt Überstunden, die weit über die vertraglichen Vereinbarung hinausgehen? Sie finden keinen Kitaplatz und wissen nicht, ob und wie Sie dagegen vorgehen können? Es gibt denkbar viele Lebenssituationen, in denen eine rechtliche Beratung sinnvoll sein kann.

Bei einer polizeilichen Vorladung sollten Sie grundsätzlich immer vorher einen Anwalt hinzuziehen, der Sie über Ihre Rechte aufklärt. Sie müssen nämlich keine Aussage bei der Polizei machen! Diesem Thema haben wir uns bereits in einem anderen Artikel gewidmet. Lassen Sie sich immer von einem Anwalt beraten, bevor Sie sich mit Ihren Aussagen selbst belasten!

Eine Erstberatung kann auch sinnvoll sein, wenn Sie Ihre Rechte kennen, diese aber ohne einen Anwalt nicht durchsetzen können, wie zum Beispiel bei einem Kitaplatz für Ihr Kind. Sie können dieses Recht einklagen. Welche Möglichkeiten Sie in solchen Situationen haben, kann Ihnen ein Rechtsanwalt während der ersten Beratung am besten beantworten.

Vor allem in arbeitsrechtlichen oder familienrechtlichen Angelegenheiten ist man als Mandant oft persönlich eingebunden und emotional geladen. In einer solchen Verfassung kann es manchmal vorkommen, dass ein Mandant zu seinem eigenen Ungunsten handelt. Dadurch verschlechtert sich nicht nur Ihre Ausgangssituation, sondern der Prozess kostet Sie im schlimmsten Fall auch jede Menge Geld. Aus diesem Grund raten wir bei rechtlichen Angelegenheiten immer dazu, einen Anwalt zu kontaktieren, der sich Ihrer Sache annimmt.

Was kostet eine Erstberatung beim Anwalt?

Grundsätzlich dürfen Rechtsanwälte ihren Mandanten eine kostenlose Erstberatung anbieten. Das ist allerdings nicht in jeder Kanzlei oder bei jedem Anwalt üblich. Meistens kostet eine rechtliche Einschätzung Geld – und davon nicht wenig!

Wieviel ein Rechtsanwalt für das Erstgespräch nehmen darf, steht im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (kurz RVG). Dieses Gesetz legt (unter anderem) Höchstgrenzen für Anwaltskosten fest. Voraussetzung dafür ist, dass es sich bei dem Mandanten um einen Verbraucher und nicht um einen Unternehmer handelt. Privatpersonen sind in der Regel Verbraucher.

Für die Erstberatung darf ein Anwalt maximal 190 Euro verlangen (§ 34 RVG). Manche Mandanten wünschen neben einer Erstberatung auch ein schriftliches Rechtsgutachten, in welchem die Situation fachlich eingeschätzt wird. Ein solches Gutachten darf nach dem RVG nicht mehr als 250 Euro kosten.

Dies gilt allerdings nur, wenn zwischen dem Anwalt und dem Mandanten keine andere Vereinbarung getroffen worden ist. In Deutschland herrscht nämlich Vertragsfreiheit: Jeder darf selbst entscheiden, mit wem er über welche Sache und zu welchem Preis einen Vertrag schließt.

Wenn keine sogenannte „Gebührenvereinbarung“ vorliegt, muss sich der Anwalt an die gesetzlichen Vorgaben halten. Diese schützen den Verbraucher, der oftmals auf Rechtsrat angewiesen ist, vor einer unverhältnismäßig hohen Preisgestaltung.

Die Vereinbarung eines Erfolgshonorars, das die Vergütung des Rechtsanwalts von dem Erfolg seiner Tätigkeit abhängig macht, ist grundsätzlich unzulässig (§ 49b Absatz 2 der Bundesrechtsanwaltsordnung). Davon gibt es einige Ausnahmen, die allerdings für die allermeisten Mandanten nicht von Bedeutung sind.

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Übernimmt die Rechtsschutzversicherung meine Anwaltskosten?

Sie haben für Ihre erste Beratung bereits Geld bezahlt und möchten nun wissen, ob die Versicherung die Kosten übernimmt? Diese Frage stellen sich sehr viele Mandanten, denn je nach Anwalt oder Kanzlei kann eine rechtliche Beratung ein paar Euro mehr kosten. Diese Anwaltskosten werden jedoch nicht immer in ganzer Höhe von der Rechtsschutzversicherung übernommen.

Bewegen sich die Anwaltskosten im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben, stehen die Chancen zumindest gut, dass die Rechtsschutzversicherung diese Kosten auch übernimmt. Das gilt übrigens auch für anfallende Gerichtskosten, etwa wenn Sie einen Gerichtsprozess verlieren.

Allerdings ist es ratsam, im Vorfeld eine sogenannte Deckungszusage von der Versicherung einzuholen. Ein solches Schreiben bestätigt Ihnen, dass die anfallenden Anwaltskosten von der Versicherung bezahlt werden. Damit sind Sie auf der sicheren Seite. Nehmen Sie bitte immer frühestmöglich Kontakt zu Ihrer Rechtsschutzversicherung auf und vertrauen Sie nicht auf pauschalisierte Aussagen im Internet oder aus dem Bekanntenkreis!

Gut zu wissen: Es gibt bestimmte Leistungen, die von keiner Rechtsversicherung bezahlt werden. Darunter fallen zum Beispiel vorsätzliche Straftaten, Geldstrafen oder auch Kosten, die durch Scheidungen entstanden sind. In der Regel können Sie auch keine Rechtsstreitigkeiten geltend machen, die vor Beginn Ihrer Versicherung entstanden sind.

Viele Versicherungen arbeiten mit Selbstbeteiligungen, deren Höhe vertraglich festgelegt ist. Auf diese Weise können Sie sich schon im Vorfeld ausrechnen, wieviel Sie selbst bezahlen müssen und wieviel die Versicherung für Ihre Beratung zahlt. Ihre Versicherungsunterlagen geben Ihnen Auskunft darüber und helfen Ihnen dabei, böse Überraschungen zu vermeiden. Wenn Sie nicht weiter wissen, nehmen Sie telefonisch Kontakt zu Ihrer Rechtsschutzversicherung auf und fragen Sie nach den vertraglichen Konditionen.

Was mache ich, wenn ich mir keine Erstberatung beim Anwalt leisten kann?

Da Rechtsanwälte in der Regel absolute Experten auf ihrem Gebiet sind, bieten die meisten von ihnen ihre anwaltlichen Leistungen nicht unter Wert oder gar kostenlos an. Allerdings ist es auch verständlich, dass nicht jeder Mensch wirtschaftlich in der Lage ist, die relativ hohen Kosten für einen Anwalt zu zahlen. Vor allem in den Bereichen des Arbeitsrechts oder Familiengerichts kommt es immer wieder zu solchen Situationen, in denen finanzielle Schwierigkeiten eine Rolle spielen.

Zunächst: Lassen Sie sich nicht durch ihre finanzielle Lage entmutigen! Denken Sie nicht, dass Ihnen kein Rechtsrat zusteht, nur weil Sie die Anwaltskosten nicht aufbringen können. Es gibt eine Vielzahl von Anlaufstellen für juristische Laien, wie zum Beispiel die Verbraucherschutzzentrale, die mittlerweile in nahezu jeder Großstadt ansässig ist.

Darüber hinaus kann es auch vorkommen, dass Ihnen ein Pflichtverteidiger zugeteilt wird, etwa bei schwerwiegenden Beschuldigungen. Dieser Anwalt verteidigt Sie vor Gericht und die Kosten dafür trägt zunächst der Staat. Sollten Sie verurteilt werden, müssen Sie unter Umständen etwas zurückzahlen.

Nehmen Sie unsere kostenlose Erstberatung in Anspruch, wenn Sie möglichst schnell eine rechtliche Einschätzung zu Ihrem Fall erhalten möchten. Unser Versprechen: Sie erhalten innerhalb von 24 Stunden eine Rückmeldung von unseren Anwälten, die Sie auch gerne im weiteren Verlauf Ihres Prozesses unterstützen. Zögern Sie nicht, unverbindlich Kontakt mit uns aufzunehmen, wenn Sie rechtliche Unterstützung benötigen!