Eine längere Reise oder ein beruflicher Auslandsaufenthalt stehen an – eine praktische Lösung wäre eine zeitlich befristete Untervermietung. Doch was kann ich tun, wenn der Vermieter dies nicht möchte und keine Erlaubnis erteilt?

Untervermieten ist erlaubt, wenn man für eine gewisse Zeit das Land verlässt. Der Mieter ist zwar verpflichtet sich die Erlaubnis vom Vermieter einzuholen. Dieser kann die Erlaubnis jedoch nicht ohne weiteres verweigern! Insbesondere dann nicht, wenn der Auslandsaufenthalt aus beruflichen Gründen geplant ist. So hat es das Landgericht Hamburg in einem Urteil vom 26.11.2013 (AZ 316 S 57/13) festgestellt.

Das Landgericht erklärte, dass der Mieter ein besonderes Interesse an der Untervermietung haben muss. Ein solches Interesse kann zum Beispiel dann vorliegen, wenn hohe Kosten zu befürchten sind oder die Gefahr besteht, am Ende eines Auslandsaufenthalts ohne Wohnung dazustehen.

Wohnungssuche aus dem Ausland nicht zumutbar

Das Gericht: Wenn die Wohnung wegen einer langen Reise oder eines Auslandsaufenthaltes gekündigt werden müsste, besteht die Gefahr, nach der Rückkehr keine Wohnung zu haben. Eine Wohnungssuche aus dem Ausland sei viel umständlicher als eine Wohnungssuche vor Ort. .

In Zeiten von stetig steigenden Mieten sei es zudem für viele nicht möglich, zwei Wohnungen gleichzeitig zu bezahlen. Deswegen darf eine Wohnung untervermietet werden um Kosten zu sparen.

Moderne Arbeitsbedingungen fordern ein Umdenken bei den Gerichten

Das Gericht begründet seine Entscheidung mit der Mobilität und Flexibilität in der heutigen Gesellschaft. Für eine berufliche Zukunft in Deutschland wird immer häufiger auch Auslandserfahrung benötigt.

Die Entscheidung des Landgerichts legt das Gesetz zeitgemäß aus. Aber auch andere Gerichte – insbesondere in Berlin – sind ähnlich mieterfreundlich. An das “berechtigte” Interesse werden keine all zu hohen Hürden angelegt.

Aber: Viele Vermieter torpedieren den Anspruch auf Zustimmung zur Untervermietung! Teilweise mit haarsträubenden Begründungen. Lassen Sie sich nicht ins Bockshorn jagen. Die Zustimmung zur Untervermietung kann vor Gericht erstritten werden. Übrigens erhalten Sie dann auch die entgangene Untermiete als Schadensersatz!