Zweimal im Jahr erhalten Tausende von meist jungen Menschen einen Ablehnungsbescheid. Ihnen wird mitgeteilt, dass Sie nicht in Ihrem Wunschfach studieren dürfen. Nun haben Sie zwei Optionen: Warten oder Klagen. Viele fragen sich: Was lohnt sich? Kann man einen Studienplatz überhaupt einklagen? Könnte das dann nicht jeder machen? Wie soll ein Platz, der offenbar ja gar nicht besteht, per Klage geschaffen werden. Und wieviel kostet das Ganze überhaupt – ist das nicht sehr teuer? Wir erleben sehr oft, wie sich Betroffene aus den falschen Gründen für das Warten entscheiden – nur um dann letztlich doch nicht Ihr Wunschstudium beginnen zu dürfen.

Die Zulassungsbeschränkung

Nach dem Erhalt des Zulassungsbescheids freuen sich viele Studieninteressierte über die gute Nachricht. Häufig vergessen wird, dass deutlich mehr Menschen ihr Wunschstudium zur gleichen Zeit nicht beginnen dürfen. Sie haben Ablehnungsbescheide erhalten. Organisiert wird die Vergabe durch die Sti”ung für Hochschulzulassung.

Betroffen sind häufig die Studiengänge Medizin, Zahnmedizin, Veterinärmedizin, Pharmazie und andere örtliche beschränkte Studiengänge. So liegt der Numerus Clausus (NC) für das Medizinstudium in fast jedem Bundesland inzwischen bei 1,0. Auf einen Studienplatz kommen inzwischen fünf Bewerber. Das ist bereits extrem, aber immer mehr Studiengänge sind zulassungsbeschränkt. Wessen Notendurchschnitt im Abitur nicht hoch genug ist, hat vermeintlich keine Chance auf den gewünschten Studienplatz. Laut dem Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) sind bereits die Hälfte aller Bachelorstudiengänge in Deutschland mittlerweile zulassungsbeschränkt. An begehrten Studienorten, z.B. Berlin oder Hamburg haben sogar 60 Prozent der Studiengänge einen NC.

Manche verwechseln Notendurchschnitt und NC. Der NC errechnet dadurch, dass die Anzahl der Bewerber auf ein bestimmtes Studienfach den Studienplätzen gegenüber gestellt wird. Gibt es mehr Bewerber als Plätze wird (unter anderem) nach der Abitur-Note ausgewählt. Je schlechter die Note, desto mehr Schwierigkeiten mit dem Wunschstudium.

Der Rechtsanspruch

Was viele nicht wissen: Das deutsche Grundgesetz gesteht jedem Deutschen zu, seinen Beruf frei wählen zu dürfen. Das ermöglicht die Klage auf einen Studienplatz. Denn wer beispielsweise Arzt werden soll, dem darf dies nicht verweigert werden. Nicht einmal dadurch, dass er keinen Studienplatz erhält. Auf der anderen Seite dürfen Hochschulen sehr wohl den Zugang zu bestimmten Studien begrenzen. Zumal, wenn die Kapazität begrenzt ist. Eine Hochschule muss nur soviel Studierende aufnehmen, wie ausgebildet werden können.
Genau an diesem Punkt setzt die Studienplatzklage an. Im Rahmen der Klage wird nämlich geprüft, ob die Hochschule nicht doch mehr Plätze hätte anbieten können.

Denn wenn sie unzulässig wenig Plätze angeboten hat, kann der Kläger einen weiteren Platz erhalten. Es geht nicht darum, mehr Kapazität zu scha!en, sondern die vorhandene Kapazität voll auszuschöpfen. Das Interessante dabei: Die Hochschule muss beweisen, dass sie keine weitere Kapazität hat. Das gelingt ihr sehr häufig nicht.

Kapazitätsberechnung

Die Berechnung der vorhandenen Kapazität einer Hochschule ist eine schwierige Frage. Das beginnt bereits bei der Vorfrage, wie die Kapazität überhaupt berechnet werden soll. Darüber hinaus muss auf dieser Grundlage dann die genaue Kapazität ermittelt werden. Auch das ist teilweise mehr Kunst als Wissenschaft. Wichtig für den Kläger ist: Die Note spielt im Rahmen der Klage keine Rolle mehr. Sie kann jedoch trotzdem darüber entscheiden, ob auch der erfolgreiche Kläger den Studienplatz letztlich bekommt oder nicht. Wenn eine Hochschule doch mehr Plätze anbieten muss, werden diese unter allen Klägern verteilt. Dabei werden wiederum die Noten berücksichtigt. Überdies kann das Los entscheiden.

Die Studienplatzklage

Wichtigste Frage: Die Frist. Sie ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Hier prüfen unsere Vertragsanwälte bereits im Rahmen einer kostenlosen Ersteinschätzung, wie viel Zeit sie noch haben oder ob die Klage bereits nicht mehr lohnt. Auch wenn ein Erfolg nie garantiert werden kann (unseriöse Kollegen*innen machen dies leider manchmal): Auf Basis der breiten Erfahrung unserer Vertragsanwälte kann durchaus etwas zu den Erfolgschancen gesagt werden. Leider gibt es keine bundesweite Statistik, sodass die Einzelchance keiner Gesamtzahl gegenübergestellt werden kann.

Ob eine Klage Erfolg haben wird, hängt auch von Faktoren ab, die im Vorfeld nicht eingeschätzt werden können. Ob man den Studienplatz erhält, hängt auch davon ab, wie viele andere klagen werden. Bei bundesweit zulassungsbeschränkten Fächern, wie Medizin, sind die Chancen geringer als bei örtlich zulassungsbeschränkten Fächern, wie zum Beispiel BWL. Zudem werden die Klagen dort schwieriger, wo sie kürzlich noch erfolgreich waren.

Die Kosten einer Klage hängen davon ab, wie viele Hochschulen verklagen werden sollen. Es sollten durchaus 500-1000 Euro eingeplant werden. Rechtsschutzversicherungen decken die Studienplatzklage in den allermeisten Fällen nicht ab. Doch der Einsatz lohnt sich, da man durch eine erfolgreiche Klage früher in den Beruf kommt und so auch früher Geld verdient.

Das Verfahren dauert meist zwischen zwei und zehn Monaten. Nicht selten steht am Ende ein Vergleich.

Alternative

Eine Alternative zur Klage sind Wartesemester. Doch es müssen meist viele Jahre gewartet werden bis der Weg zum Wunschstudium ohne Klage frei wird. Das ist sehr viel, vor allem wenn es ums Geld verdienen und die eigene berufliche Karriere geht. Eine andere Altnative ist der Gang an eine ausländische Bildungseinrichtung. Das kann o” sehr teuer werden und die qualitativen Maßstäbe können deutlich unter dem liegen, was hierzulande angeboten wird.

Fazit

Ob sich die Studienplatzklage gelohnt hat, weiß man meist erst hinterher. Es kann aber durchaus etwas zu den Chancen im Vorfeld gesagt werden. An der Hochschule weiß niemand, wer seinen Platz auf regulärem Weg erhalten und wer ihn eingeklagt hat. Das ist auch gut so. Unsere Vertragsanwälte sagen Ihnen innerhalb von 24 Stunden, welche Optionen Sie haben. Verwenden Sie gerne unsere Formular.