“Manager kam mit Bewährungsstrafe davon” – wer hat den Begriff “Bewährung” nicht schon gehört. Die Wendung “auf Bewährung verurteilt” erscheint immer mal wieder: in der Zeitung, im Fernsehen, aber auch in einer Folge “Tatort”. Doch was bedeutet “Bewährung” eigentlich genau? Wir klären auf.

Arten der Strafe

Das deutsche Strafrecht kennt vor allem zwei Arten von Sanktionen: die sehr häufige Geldstrafe (nicht zu verwechseln mit einer Geldbuße!) und die seltenere Freiheitsstrafe. Nur relativ schwere Delikte führen überhaupt zu Freiheitsstrafen und überdies ist der Beschuldigte meist ein Wiederholungstäter, den die Geldstrafe nicht abschrecken konnte.

Strafaussetzung

Doch nicht jede Freiheitsstrafe führt automatisch zu einem Freiheitsentzug. Denn das deutsche Strafrecht regelt in § 56 StGB, dass eine Freiheitsstrafe “zur Bewährung ausgesetzt” werden kann. Das bedeutet, dass der Verurteilte eben nicht in die Justizvollzugsanstalt (der amtliche Name für “Gefängnis”) muss, sondern sich in Freiheit bewähren darf. Anders ausgedrückt: Die Freiheitsstrafe wird nicht vollstreckt (sondern eben ausgesetzt). Allein die Verurteilung als Warnung soll bereits ausreichen, um den präventiven Zweck der Strafe zu erreichen.

Voraussetzungen

Doch nicht immer ist eine Aussetzung zur Bewährung auch möglich. Der Gesetzgeber hat die Bewährung an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Freiheitsstrafe von über zwei Jahren dürfen nicht zur Bewährung ausgesetzt werden. Auch muss der Verurteilte eine günstige Sozialprognose haben, d.h. es muss davon auszugehen sein, dass sich der Verurteilte an alle Auflagen und Weisungen der Bewährung hält. Wenn das geschehen und die Bewährungszeit abgelaufen ist, wird dem Verurteilten die Strafe am Ende der Bewährungszeit erlassen.

Bewährungszeit

Der Bewährungszeitraum liegt zwischen zwei und fünf Jahren. Drei Jahre sind in der Praxis häufig. Der Verurteilte erhält in dieser Zeit meist einen Bewährungshelfer sowie bestimmte Weisungen und Auflagen. Diese muss er dem Gericht regelmäßig melden. Entgegen landläufiger Vermutung, darf der Verurteilte grundsätzlich in der Bewährungszeit das Land verlassen, also durchaus ins Ausland reisen. In Ausnahmefällen ist das anders. Auch muss der Verurteilte in der Lage sein, etwaige Bewährungsauflagen in der Zeit einzuhalten.

Widerruf der Bewährung

Falls der Verurteilte sich nicht an die Weisungen und Auflagen hält oder, schlimmer noch, erneut straffällig wird, so kann die Bewährung widerrufen werden. In solch einem Fall muss der Verurteilte dann doch die Haft antreten. Zudem wird er wahrscheinlich eine weitere, ggf. Freiheitsstrafe erhalten. Mit einem guten Anwalt kann trotz Verstoß jedoch ein Widerruf verhindert werden. Kontaktieren Sie uns hierfür gerne!